05.06.2012
Ausgabe 3/2012, S. 4
PDF-Datei

Soziale Netzwerke im Internet

Richtig verbunden?

Facebook, Twitter oder YouTube werden im Internet immer wichtiger, weil sie Menschen und Meinungen verbinden – ob man das mag oder nicht. Deshalb sollte man auch unbedingt wissen, auf was man beim Umgang mit sozialen Medien achten sollte. Das diskutieren wir genauso wie die Frage, ob ein eigenes Angebot für die Praxis Sinn macht.
© Robert Kneschke, THesIMPLIFY – fotolia.com
© Robert Kneschke, THesIMPLIFY – fotolia.com

Das Internet als Massenmedium gibt es mittlerweile auch schon mehr als 15 Jahre. War das erste Jahrzehnt noch vor allem durch einseitige Kommunikation gekennzeichnet – einer bietet etwas an, der andere ruft es ab – , ist das Netz heute längst ein Mitmachnetz. Es lebt von Inhalten, die von den Nutzern selbst erstellt wurden, etwa durch das Hochladen von eigenen Bildern, Videos und Texten oder das Kommentieren und Empfehlen von Inhalten anderer. Dabei gibt es viele verschiedene Varianten solcher sozialer Medien. Von den wichtigsten stellen wir Ihnen jeweils einen Vertreter vor.

Facebook, so etwas wie der Prototyp der sozialen Netzwerke, wird von einem gleichnamigen US-amerikanischem Unternehmen betrieben und wurde im Februar acht Jahre alt. Facebook gehört zu den am häufigsten besuchten Netzwerkangeboten und hatte im März 2012 mehr als 850 Millionen aktive Nutzer weltweit. Hier kann sich jeder mit jedem digital vernetzen und bequem Informationen austauschen, etwa über gemeinsame Interessen oder Bekannte. Voraussetzung der Nutzung Facebooks ist eine Registrierung, woraufhin ein persönliches Profil angelegt wird. Facebook ermöglicht jedem Benutzer, der nach eigenen Angaben mindestens 13 Jahre alt ist, Mitglied zu werden. Die Mitgliedschaft ist kostenlos, die Firma verdient ihr Geld mit Werbung und dem Verkauf von Informationen über die registrierten Nutzer. Das brachte ihr mitunter auch schon Probleme mit dem Datenschutz ein. Ähnlich wie Facebook arbeiten Dienste wie Google Plus oder StudiVZ, im Geschäftsbereich Xing oder LinkedIn.

Twitter ist eine Plattform zur Verbreitung von kurzen Textnachrichten (Tweets) bis zu maximal 160 Zeichen (wie bei einer SMS) im Internet. Twitter wurde im März 2006 gegründet und gewann schnell weltweit an Popularität. Nach firmeneigenen Angaben nutzten bis Ende 2011 rund 100 Millionen Personen, Verbände und Unternehmen mindestens einmal im Monat Twitter. Ist die betreffende Person ein Freund oder man selbst Fan – zum Beispiel eines Fußballvereins – kann man sich als Anhänger (Follower) anmelden und bekommt alle Informationen zukünftig in Echtzeit zugestellt. Die meisten Anhänger weltweit weist nach Angabe von Wikipedia übrigens der Account von Lady Gaga auf (21,3 Millionen Follower).

YouTube ist ein Internet-Videoportal der Firma Google, auf dem die Benutzer kostenlos Video-Clips ansehen und hochladen können. Hier finden sich Film- und Fernsehausschnitte, Musikvideos sowie Unmengen selbst gedrehter Filme. Der Name bedeutet auf Deutsch so viel wie Du sendest .

Die gleichen Grundregeln

Das Besondere an allen ist das Interaktive. Jeder Eintrag kann von anderen Nutzern ergänzt und kommentiert werden. Wie bei jeder Kommunikation unter zivilisierten Menschen sollten dabei aber unbedingt ein paar Grundregeln eingehalten werden. Das Netz vergisst nichts ist eine davon, die man sich unbedingt merken sollte. Denn viele Menschen haben schon die Erfahrung gemacht, in gutem Glauben etwas nur für Freunde eingestellt zu haben, was dann die große Runde machte.

Wenn Sie Facebook nutzen, ist es deshalb wichtig, dass Sie Ihre Privatsphäre-Einstellungen überprüfen. Dort können Sie selbst entscheiden, welche Informationen in Ihrem Profil für wen einsehbar sind und wer Ihre Beiträge lesen und kommentieren darf. So können Sie am besten vermeiden, dass Informationen in die falschen Hände geraten. Oft sind wichtige Einstellungen gut versteckt, es lohnt sich aber, alles zu überprüfen. Hinweise für die verschiedenen Dienste finden Sie hier. Eine andere Grundregel heißt: Verhalten Sie sich im Netz wie im echten Leben. Das heißt: Sagen Sie die Wahrheit und lügen Sie nicht das Blaue vom Himmel herunter. Und seien sie freundlich. Sie müssen nicht zu allem etwas sagen, manchmal reicht auch ein einfacher Klick auf gefällt mir. Bedenken Sie auch immer, dass nicht nur echte Freunde Ihre Einträge sehen können. Auch immer mehr Firmen recherchieren ihre Bewerber und Angestellten über Facebook. Achten Sie daher darauf, dass Fotos von Partys und intime Bilder gar nicht erst auf Facebook landen.

Interessen teilt man gerne, vor allem um auf Menschen zu treffen, die ähnliche Interessen haben. Generell gilt beim Posten, dem Einstellen von eigenen Beiträgen: Weniger ist mehr. Teilen Sie sinnvolle Dinge mit und spammen Sie Freunde nicht mit Sinnfreiem zu. Hören Sie auch nicht immer auf Empfehlungen von Leuten, die Sie nur über Ecken und nicht direkt kennen. Viele Firmen nutzen soziale Netze mittlerweile auch, um ihre Produkte über diesen Umweg an den Mann oder die Frau zu bringen.

Relevant für die Praxis?

Grafik: Katharina Merz
Grafik: Katharina Merz

Was heißt das jetzt für eine Arztpraxis? Brauchen Sie unbedingt ein Profil bei Facebook und GooglePlus, um Ihre Patienten anzusprechen? Die Antwort ist nein. Auf der anderen Seite schadet es aber auch nichts, ein kostenloses Profil zu unterhalten und mit aktuellen Informationen zu pflegen. Das macht für eine Praxis in einer Universitätsstadt mit vielen jungen Menschen sicher mehr Sinn, als für eine Praxis in einer ländlichen Region mit vorwiegend älteren Patienten. Aber prinzipiell ist es eine Möglichkeit, Ihren Patienten ausreichend Informationen zur Verfügung zu stellen. Da zumindest ein Teil Ihrer Patienten sich sicher über das Internet informiert und soziale Netzwerke nutzt, können Sie so vermehrt mit diesen Patienten in Kontakt treten und beispielsweise über geänderte Sprechzeiten, Urlaub oder besondere Situationen unterrichten.

Auch für die Darstellung Ihrer Praxisbesonderheiten und Zusatzleistungen (etwa reisemedizinische Beratung) kann eine Präsenz durchaus von Bedeutung sein. Unserer Erfahrung nach ist es aktuell aber mindestens genauso wichtig, diese Informationen bei den großen Arztbewertungsportalen einzustellen und zu pflegen. Wichtig ist hier vor allem das Bewertungsportal der Weissen Liste, die hier mit den großen Kassen AOK, BARMER GEK und TK kooperiert. Die strukturierte Bewertung und die große Datenbasis sorgen für eine faire Beurteilung – ein unschätzbarer Vorteil gegenüber den mitunter doch eher spontanen Empfehlungen der sozialen Medien.

Reinhard Merz

Webtipps

Privatsphäre-Einstellungen der wichtigsten Dienste

(Diese Links funktionieren nur nach einem Login beim jeweiligen Dienst)