Sprechstunde

Aus der Medizin

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aus Ausgabe 2/2017

Pflegeberatung: Gemeinsam planen

Schon seit 2009 haben Pflegebedürftige und ihre Angehörigen einen Rechtsanspruch auf individuelle Pflegeberatung. Das ist wichtig, denn ohne professionelle Hilfe sind beide Seiten oft überfordert. Doch viele Betroffene wissen noch zu wenig über diesen Beratungsservice. mehr »


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aus Ausgabe 2/2017

Rationale Antibiotikatherapie: Die Hintergründe richtig erklären

Die zunehmende Resistenz von Krankheitserregern gegen Antibiotika ist eine ernste Herausforderung. Ein neues Projekt mit dem Namen ARENA (Antibiotika-Resistenz-Entwicklung nachhaltig abwenden) hat einen rationalen Umgang mit diesen Medikamenten zum Ziel – und das Praxisteam spielt eine wichtige Rolle dabei, den Patienten die Hintergründe richtig zu erklären. mehr »


 
aus Ausgabe 2/2017

Diabetes: Zielwerte und Kosten diskutiert

In den letzten Jahren sind die HbA1c-Vorgaben für Diabetiker in praktisch allen Leitlinien individualisiert worden. In der Nationalen Versorgungsleitlinie wird jedoch generell ein HbA1c-Zielbereich von 7,5 Prozent empfohlen. Bei gutem Allgemeinzustand und kurzer Diabetesdauer soll die Einstellung nahe am Normwert erfolgen, bei Multimorbidität und kürzerer Lebenserwartung werden dagegen auch Werte über 8 Prozent als tolerabel angesehen. Nach US-Daten geht aber auch bei ihnen ein Wert über 8 Prozent mit erhöhter Sterblichkeit einher. Das Disease Management-Programm Diabetes mellitus Typ 2 hat wissenschaftlich fundierte Empfehlungen zu der Frage aufgenommen, für welche Patienten was gilt.

Die Behandlung des Diabetes verursacht in Deutschland Ausgaben der gesetzlichen Kassen in Höhe von jährlich rund 16,1 Milliarden Euro. Das geht aus einer Studie hervor, die jüngst in Diabetic Medicine erschienen ist. Dabei waren die Gesamtkosten im Vergleich zu Versicherten ohne Diabetes um das 2,6-fache erhöht. Werden die Kosten im Hinblick auf Alter und Geschlecht standardisiert, liegen sie immer noch um das 1,7-fache über den Kosten bei Versicherten ohne Diabetes.


 
aus Ausgabe 2/2017

Problem-Pflanzen fördern Asthma

Viele Pflanzen, die in deutschen Gärten wachsen, haben ein sehr hohes allergenes Potenzial – so etwa die japanische Zeder oder der Olivenbaum. Auch eingeschleppte Pflanzen wie das Traubenkraut Ambrosia sind hoch allergisch. Die Zahl der Betroffenen in Europa könnte nach Berechnungen bis zum Jahr 2060 auf 77 Millionen anwachsen. Mit einer weiteren Verbreitung von Allergien ist in der Bevölkerung auch mit einem deutlichen Anstieg der Patienten mit Asthma zu rechnen. Besonders betroffen sind dabei zwei Gruppen: Kinder und Senioren über 70 Jahren.


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aus Ausgabe 2/2017

Gefährlicher JoJo-Effekt

Wenn übergewichtige Patienten die Empfehlung zum Abnehmen befolgen, bringt das oft nur einen vorübergehenden Nutzen. Denn oft geht das Gewicht nur kurzfristig nach unten, um dann wieder anzusteigen oder gar über das Ausgangsgewicht hinaus zu klettern. Es folgt der nächste Abnehmversuch und wieder geht es zunächst runter und dann wieder hoch. Man spricht vom JoJo-Effekt.

Solche Gewichtsfluktuationen sind bereits bei ansonsten gesunden Menschen mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme in Verbindung gebracht worden. Einer jetzt veröffentlichten Studie zufolge trifft dies auch auf KHK-Patienten zu. Je stärker das Gewicht im Lauf der Studie schwankte, desto häufiger waren Todesfälle und kardiovaskuläre Komplikationen – unabhängig von der Anwesenheit von anderen Risikofaktoren. Ein besonders starkes Zusammentreffen bestand bei den übergewichtigen und adipösen Patienten.


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aus Ausgabe 2/2017

Grippeimpfung bei Schwangeren empfohlen

Eine Schwangerschaft ist für das Immunsystem eine Ausnahmesituation. Weil der Fötus zur Hälfte väterliche Antigene trägt, reagiert die Abwehr der Schwangeren mit gezielter Toleranz. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass der Fötus nicht abgestoßen wird. Die heruntergeregelte Abwehr ist aber offenbar auch ein Grund für das hohe Komplikationsrisiko bei Schwangeren mit Influenza. Dieses Risiko steigt zum Ende der Schwangerschaft bis auf das Vierfache an. Das für eine Influenza typische hohe Fieber ist ein wichtiger Grund für Fehlgeburten und Entwicklungsstörungen des Embryo oder Feten. Schwangeren Frauen wird daher die Grippeimpfung empfohlen. In Studien wurden keine Hinweise gefunden, dass die Schwangerschaft durch die Impfung negativ beeinflusst wird, und zwar weder bei einer Impfung in der Frühschwangerschaft noch im 2. oder 3. Schwangerschaftsdrittel.

Die Untersuchungen schlossen sowohl die saisonalen Grippe-Impfstoffe als auch den Pandemie-Impfstoff ein. Dabei wurden keine erhöhten Fehlgeburtsraten noch vermehrte Schwangerschaftskomplikationen oder angeborene Schädigungen der Kinder festgestellt. Im Bundesdurchschnitt waren bei Erhebungen in den letzten Jahren aber nur rund 11 Prozent der Schwangeren gegen Grippe geschützt.

Übrigens: Das Beratungszentrum für Embryotoxikologie der Berliner Charité bietet, unterstützt von der AOK, eine Beratung für schwangere oder stillende Frauen zum Thema Arzneimittel an. Mehr Info unter:
www.embryotox.de


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aus Ausgabe 1/2017

Impfmanagement in der Hausarztpraxis: Teamaufgabe Impfen

Patienten gezielt auf ihren Impfstatus anzusprechen, ist eine wichtige Aufgabe der Hausarztpraxis, denn hier laufen die Fäden der medizinischen Versorgung zusammen. Ein schöner Nebeneffekt dabei: Die Leistungen werden extrabudgetär vergütet. mehr »



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