Sprechstunde

Aus der Medizin

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aus Ausgabe 3/2019

Versorgung dementer Patienten: Die späten Tage unterstützen

Wer sich gesund ernährt, viel Sport treibt und zeitlebens seine Hirnzellen durch geistig anspruchsvolle und soziale Aktivitäten auf Trab hält, erkrankt seltener an Alzheimer und Demenz. Das beschreiben drei epidemiologische Studien, die ganz aktuell in den renommierten Zeitschriften JAMA und JAMA Neurology veröffentlicht wurden.

Die Gene bestimmen rund die Hälfte bis zwei Drittel des Demenzrisikos, doch ein gesunder Lebensstil kann offensichtlich ein genetisch erhöhtes Demenzrisiko abschwächen. Forscher der Universität in Exeter, Großbritannien, haben aus den vier Faktoren Rauchen, körperliche Aktivität, Ernährung sowie Alkoholkonsum einen Healthy Lifestyle Score berechnet und die Angaben von knapp 200.000 Teilnehmern ausgewertet. Unter den ziemlich ungesund lebenden Teilnehmern war die Demenzrate um rund 35 Prozent höher als unter denen mit gesundem Lebensstil - bei gleicher genetischer Vorbelastung.

Einer Studie der Harvard Medical School zufolge kommt der körperlichen Aktivität dabei eine besondere Bedeutung zu. Sie fanden heraus, dass viel Bewegung unabhängig von vaskulären Risikofaktoren den Verlust an funktionalen Gehirnvolumen und den kognitiven Abbau bremst. Ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung scheint also bereits entstandenen Schaden zu begrenzen.

Eine dritte Studie der Universität in Tianjin, China, berechnete bei rund 1.600 anfangs demenzfreien und im Schnitt bereits 80 Jahre alten Teilnehmern einen Score für die kognitive Reserve basierend auf Ausbildung, Job und Angaben zu geistigen Aktivitäten über die gesamte Lebensspanne hinweg. Im Laufe von sechs Jahren erkrankte rund ein Viertel an einer Demenz, über 90 Prozent davon erhielten eine Alzheimerdiagnose. Die Demenzrate war dabei im Drittel mit der höchsten kognitiven Reserve um etwa 40 Prozent geringer als im Drittel mit der geringsten Reserve und Personen mit hoher Reserve erkrankten im Schnitt acht Jahre später als solche mit geringer Reserve.
Aus der Ärzte Zeitung

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aus Ausgabe 3/2019

Gender-Unterschiede bei Atembeschwerden

Bei Kindern und Jugendlichen mit Atembeschwerden gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede, die zudem altersabhängig sind. Aus der KiGGS-Studie (Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland) geht hervor, dass Asthma bei Jungen vor der Pubertät deutlich häufiger vorkommt als bei Mädchen. Die Prävalenzen nähern sich in der Pubertät mit jeweils etwa 7 Prozent im Alter von 11 Jahren an. Im Alter von 16 Jahren liegt die Prävalenz bei Mädchen bei 6,2 Prozent, bei Jungen bei 4,3 Prozent. Dies ist auf eine erhöhte Inzidenz sowie verminderte Remissionsraten bei Mädchen im Vergleich zu Jungen zurückzuführen. Bekannt ist auch, dass Kinder, die auf dem Lande aufwachsen, deutlich seltener Asthma und Atopien haben als Stadtkinder.


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aus Ausgabe 3/2019

Brustkrebs: Biomarker wird Kassenleistung

Patientinnen mit primärem Brustkrebs im frühen Stadium, bei denen das Rückfallrisiko nicht sicher bestimmt werden kann, können künftig einen Biomarker-Test als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung in Anspruch nehmen. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) jetzt mitgeteilt. Der Test soll die Entscheidung für oder gegen eine adjuvante systemische Chemotherapie unterstützen.

Laut G-BA erkranken jährlich rund 70.000 Frauen an frühem Brustkrebs in Deutschland. Bei schätzungsweise 20.000 dieser Patientinnen können die behandelnden Ärzte nach einer Brustkrebsoperation allein aufgrund der klinisch-pathologischen Kriterien keine eindeutige Therapieempfehlung hinsichtlich einer Chemotherapie geben. Der Test kann in diesen Fällen ergänzende Informationen liefern, die bei der Abwägung der Nutzen-Risiko-Relation einer Chemotherapie helfen. Vor dem Einsatz des Tests muss eine fachärztliche Aufklärung anhand eines dafür entwickelten Patientinnenmerkblattes erfolgen.
www.aok-gesundheitspartner.de


 
aus Ausgabe 3/2019

Kaum Interferenzrisiken bei Implantaten

Die Gefahren potenzieller Interferenzen von Herzschrittmachern und implantierten Defibrillatoren mit Smartphones oder ähnlichen Geräten mit elektromagnetischer Strahlung verunsichern viele Träger. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) geben jetzt aber größtenteils Entwarnung. Moderne Smartphones bringen demnach nur ein sehr geringes Interferenzrisiko mit sich. Ein Sicherheitsabstand von 15 cm zum Implantat, wie er noch vor zehn Jahren empfohlen wurde, ist demnach nicht mehr erforderlich. Zu induktiven Ladestationen sollten Schrittmacher- und Defibrillator-Träger aber einen Mindestabstand von 10 cm einhalten. Auch MP3-Player sind nicht riskant. Die in Kopfhörern oder Lautsprechern verarbeiteten Dauermagnete können jedoch Störungen an Herzschrittmachern und Defibrillatoren erzeugen. Daher sollten sie niemals direkt auf der Stelle platziert sein, an der das Gerät implantiert ist.


 
aus Ausgabe 3/2019

Demenzrisiko lässt sich beeinflussen - ein wenig

Wer sich gesund ernährt, viel Sport treibt und zeitlebens seine Hirnzellen durch geistig anspruchsvolle und soziale Aktivitäten auf Trab hält, erkrankt seltener an Alzheimer und Demenz. Das beschreiben drei epidemiologische Studien, die ganz aktuell in den renommierten Zeitschriften JAMA und JAMA Neurology veröffentlicht wurden.

Die Gene bestimmen rund die Hälfte bis zwei Drittel des Demenzrisikos, doch ein gesunder Lebensstil kann offensichtlich ein genetisch erhöhtes Demenzrisiko abschwächen. Forscher der Universität in Exeter, Großbritannien, haben aus den vier Faktoren Rauchen, körperliche Aktivität, Ernährung sowie Alkoholkonsum einen Healthy Lifestyle Score berechnet und die Angaben von knapp 200.000 Teilnehmern ausgewertet. Unter den ziemlich ungesund lebenden Teilnehmern war die Demenzrate um rund 35 Prozent höher als unter denen mit gesundem Lebensstil - bei gleicher genetischer Vorbelastung.

Einer Studie der Harvard Medical School zufolge kommt der körperlichen Aktivität dabei eine besondere Bedeutung zu. Sie fanden heraus, dass viel Bewegung unabhängig von vaskulären Risikofaktoren den Verlust an funktionalen Gehirnvolumen und den kognitiven Abbau bremst. Ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung scheint also bereits entstandenen Schaden zu begrenzen.

Eine dritte Studie der Universität in Tianjin, China, berechnete bei rund 1.600 anfangs demenzfreien und im Schnitt bereits 80 Jahre alten Teilnehmern einen Score für die kognitive Reserve basierend auf Ausbildung, Job und Angaben zu geistigen Aktivitäten über die gesamte Lebensspanne hinweg. Im Laufe von sechs Jahren erkrankte rund ein Viertel an einer Demenz, über 90 Prozent davon erhielten eine Alzheimerdiagnose. Die Demenzrate war dabei im Drittel mit der höchsten kognitiven Reserve um etwa 40 Prozent geringer als im Drittel mit der geringsten Reserve und Personen mit hoher Reserve erkrankten im Schnitt acht Jahre später als solche mit geringer Reserve.
Aus der Ärzte Zeitung


© Klaus Rose
aus Ausgabe 2/2019

Flüchtlinge in der Hausarztpraxis: Interkulturell behandeln

Eine gute Gesundheitsversorgung ist wichtig für die Integration von Flüchtlingen in die Gesellschaft. Doch funktioniert das? Wir stellen eine aktuelle Studie vor und geben Tipps für eine interkulturelle Patientenbetreuung. mehr »


 
aus Ausgabe 2/2019

Gestillte Kinder werden seltener adipös

Im Kampf gegen Adipositas bei Kindern hat die Weltgesundheitsorganisation WHO für das Stillen von Säuglingen geworben. Babys, die niemals oder nur unregelmäßig gestillt worden seien, wiesen ein erhöhtes Risiko auf, schon als Kind übergewichtig zu werden.

Die Organisation berief sich dabei auf zwei Studien, die in diesem Jahr auf dem Europäischen Kongress zur Adipositas in Glasgow vorgestellt wurden. Je länger ein Kind gestillt wird, desto größer ist der Schutz vor Adipositas, erklärte die für nicht-übertragbare Krankheiten zuständige WHO-Europa-Direktorin Bente Mikkelsen. Dieses Wissen könne für die Bemühungen im Kampf gegen die Fettleibigkeit von Nutzen sein.

Die WHO empfiehlt, dass Säuglinge in den ersten sechs Monaten ihres Lebens ausschließlich gestillt werden. Danach sollten sie neben der Muttermilch auch ergänzende Nahrungsmittel erhalten.



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