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Baden-Württemberg
aus Ausgabe 3/2018

Einweisungs- und Entlassmanagement

In Deutschland werden jährlich rund 20 Millionen Menschen im Krankenhaus behandelt. Oftmals handelt es sich dabei um Wiederaufnahmen ins Krankenhaus, die sich vermeiden ließen. Denn häufig werden Patienten unvorbereitet aus dem Krankenhaus entlassen, ohne dass sie, ihre Angehörigen oder der weiterbehandelnde Hausarzt ausreichend informiert sind und die Weiterversorgung abgestimmt ist.

Im Innovationsfondsprojekt VESPEERA geht es darum, genau diese Versorgungslücke zu schließen und Rehospitalisierungen zu vermeiden, sowie die hausärztliche Primärversorgung zu stärken und die Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH) mehr einzubeziehen. VESPEERA steht für Versorgungskontinuität sichern: Patientenorientiertes Einweisungs- und Entlassmanagement in Hausarztpraxen und Krankenhäusern. Projektpartner sind neben der AOK Baden-Württemberg das Universitätsklinikum Heidelberg, das aQua-Institut, die Hausärztliche Vertragsgemeinschaft (HÄVG) sowie der Gesundheitstreffpunkt Mannheim e.V.

VESPEERA wird bis September 2019 in neun Interventionsregionen in Baden-Württemberg (Stuttgart, Heidelberg, Rhein-Neckar-Kreis, Ludwigsburg, Böblingen, Calw, Tübingen, Esslingen und Reutlingen) angeboten. Teilnehmen können Hausarztpraxen aus diesen Regionen, die am HausarztProgramm der AOK Baden-Württemberg teilnehmen und mindestens eine VERAH angestellt haben.

Nähere Projektinformationen erhalten Sie von AOK-Projektleiterin Nadja El-Kurd unter nadja.el-kurd@bw.aok.de oder unter unter:
www.vespeera.org


Hessen / Holstein
aus Ausgabe 3/2018

Einweisungs- und Entlassmanagement

Patienten mit Diabetes-Risiko erkennen und zu einer Änderung ihres Lebensstils bewegen – darum geht es im Projekt Dimini (Diabetes mellitus – ich nicht!), bei dem Hausarztpraxen in Hessen und Schleswig-Holstein mitmachen können. Das Projekt, an dem sich unter anderem die AOK Hessen, die AOK NordWest und die Kassenärztlichen Vereinigungen der beiden Bundesländer beteiligen, läuft bis Mitte 2020.

Im Rahmen von Dimini werden Versicherte der beteiligten Krankenkassen, die ein erhöhtes Risiko für Diabetes mellitus aufweisen, mittels des FINDRISK-Fragebogens gescreent. Fällt der Test positiv aus, werden sie durch die teilnehmenden Hausarztpraxen bei einer Lebensstiländerung über 15 Monate begleitet. Sie erhalten Beratung zu den Themen Ernährung und Bewegung. Die teilnehmenden Patienten sollen ihr Übergewicht und ihren Bauchumfang reduzieren und sich mindestens 5 Tage in der Woche 30 Minuten bewegen. Dazu werden konkrete Zielvereinbarungen geschlossen.

Die Leistungen der Praxisteams im Rahmen des Projektes werden gesondert vergütet. Das Projekt Dimini wird aus dem Innovationsfonds gefördert und im Rahmen einer randomisierten Studie wissenschaftlich evaluiert. Nähere Informationen zur Teilnahme gibt es beim Projektbüro unter Tel. 04621-855425 sowie unter:
www.dimini.org


Baden-Württemberg
aus Ausgabe 3/2018

HZV-Flyer jetzt auch auf Englisch

Die wichtigsten Informationen zum Hausarzt- und FacharztProgramm der AOK Baden-Württemberg sind nun auch für fremdsprachige Patienten zusammengefasst. Drei englische Flyer stellen kurz, informativ und übersichtlich dar, welche Vorteile diese Programme bieten und wie man daran teilnimmt:

  • AOK-HausarztProgramm The AOK Family Doctor Programme – für eine ausführlichere Beratung und eine bessere medizinische Versorgung
  • AOK-HausarztProgramm für Kinder und Jugendliche The AOK Family Doctor Programme for children and young people – mehr Zeit für die Gesundheit Ihres Nachwuchses
  • AOK-FacharztProgramm The AOK Specialist Programme – für eine ganzheitliche, noch besser auf den Patienten abgestimmte Behandlung

Sie können die jeweiligen Flyer auf unserer Homepage aufrufen und über die Bestellfaxe bei WBR bzw. beim Kohlhammer-Verlag beziehen:
www.aok-gesundheitspartner.de
Webcode W24722


Baden-Württemberg
aus Ausgabe 3/2018

Schwangerschaftsdiabetes-Leistungen

Seit April 2018 können bei der AOK Baden-Württemberg versicherte Frauen, die einen Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes) entwickeln, zusätzliche Leistungen beanspruchen. Die Mehrleistungen umfassen bis zu 150 Minuten zusätzliche Beratung und Schulung durch Diabetesberater/innen pro Schwangerschaft. Erforderlich ist hierzu eine Einschreibung in das Modul Gestationsdiabetes. Die Leistungsinanspruchnahme und Einschreibung erfolgt bei Haus- und Fachärzten, die am Facharztvertrag Diabetologie teilnehmen. Diese sind unter der Webseite www.medi-arztsuche.de in der Rubrik Fachärzte abrufbar. Eine gesonderte Einschreibung in das AOK-Hausarzt- und -FacharztProgramm ist nicht erforderlich.
bw.aok.de


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aus Ausgabe 3/2018

Schnelltest gegen unnötige Antibiotika

Die AOK Sachsen-Anhalt zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung in Sachsen-Anhalt sagen der zunehmenden Bedrohung durch Antibiotika-resistente Bakterien den Kampf an. Im Rahmen des Hausarzt- und Kinderarztvertrages können durch teilnehmende Ärzte bei Versicherten mit Infekten der oberen Atemwege zur Unterstützung der Therapiefestlegung Antibiotika-Schnelltests durchgeführt werden.

Die Entstehung von Antibiotika-Resistenzen wird durch einen übermäßigen und unsachgemäßen Gebrauch von Antibiotika gefördert, ein Einsatz sollte deshalb nur sehr gezielt vorgenommen werden. Bei einem Infekt ist eine Gabe von Antibiotika nur dann sinnvoll, wenn er durch Bakterien verursacht ist. Ca. 90–95 % aller akuten Atemwegsinfektionen in Deutschland sind viral bedingt.

Mit der Durchführung eines CRP-Schnelltests bei Patienten mit Verdacht auf eine akute bakterielle Infektion der oberen Atemwege wird der Anstieg eines Proteins gemessen, der nur bei bakteriellen Infekten sehr stark auftritt. Der Test unterstützt damit die Therapiefestlegung des Arztes.


Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern
aus Ausgabe 3/2018

Damit die Nieren nicht versagen

Etwa 120.000 Versicherte der AOK Nordost leiden an einer Niereninsuffizienz, rund 4.200 davon benötigen eine Dialyse. Die AOK Nordost hat deshalb für ihre Versicherten mit den Landesverbänden der frei niedergelassenen nephrologischen Praxen aus Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ein neues Programm entwickelt. Es soll sowohl die Vorsorge als auch die Versorgung bei einer chronischen Niereninsuffizienz verbessern.

Typische Symptome einer bereits fortgeschrittenen Nierenschwäche sind beispielsweise Wassereinlagerungen in Beinen und Lunge, allgemeine Schwäche, Appetitmangel oder Blutarmut. Oft spüren die Patienten jedoch lange Zeit gar keine Beschwerden. Deshalb gehen sie auch nicht zum Arzt, die Erkrankung wird oft zu spät erkannt und ist dann nur noch schwer aufzuhalten. Besonders gefährdet sind Patienten, die an Diabetes und gleichzeitig an Bluthochdruck leiden, erläutert Dr. med. Jens Ringel, Vorstandsvorsitzender des Brandenburger Landesverbandes Nephrologischer Praxen e.V. (BLNP).

Eine rechtzeitige fachärztliche Mitbehandlung kann das Fortschreiten der Nierenerkrankung verlangsamen und das Erkrankungsstadium deutlich länger stabil halten, meint Prof. Dr. Ralf Schindler, Vorstandsvorsitzender der Berliner Nierenzentren e.V. (BN). Hier setzt die AOK Nordost an. In dem neuen Versorgungsprogramm der AOK Nordost werden Risikopatienten von ihrem Hausarzt oder Diabetologen einmal jährlich auf das Vorliegen einer chronischen Niereninsuffizienz untersucht. Ist das Ergebnis auffällig, überweist der behandelnde Arzt umgehend an einen Nierenfacharzt, der dann die weitere Diagnostik und Behandlung mitbetreut. Auch ein Zweitmeinungsverfahren vor Dialysebeginn und die regelmäßige Überprüfung der Arzneimitteltherapie auf kritische Wirkstoffe auf Basis eines qualitätsgesicherten softwaregestützten Medikationschecks sind Bestandteil des Programms.

Interessierte hausärztliche Praxen, Diabetologen und Nephrologen, die an dem Vertrag teilnehmen möchten, können sich unter der Telefon-Nummer 0800 265080 22759 an die AOK Nordost wenden.
nordost.aok.de


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aus Ausgabe 3/2018

Therapie gegen Stottern jetzt auch online

Flüssiger sprechen, weniger Stottern – das sind die Ziele der Kasseler Stottertherapie (KST), die von der AOK erstattet wird. Die Kasseler Stottertherapie wurde 1996 entwickelt. Über 3.500 Patienten haben die Therapie bisher durchlaufen. In Intensivkursen mit systematischer Nachsorge können sich sowohl Kinder als auch Jugendliche und Erwachsene ein dauerhaft flüssigeres Sprechen erarbeiten. Angelehnt an das amerikanische Fluency-shaping-Verfahren wird mit und ohne PC ein neues, weiches und gedehntes Sprechmuster trainiert und in den Alltag übertragen.

Das gilt seit April 2018 auch für die Online-Version, die auf dem bewährten KST-Konzept beruht. Hier wird die gesamte Intensivtherapie in einem virtuellen Therapieraum durchgeführt. Teilnehmen können Jugendliche ab 13 Jahren und Erwachsene. Sie absolvieren zunächst einen Informations- und Diagnosetag im Institut der KST in Bad Emstal mit Therapeuten und Ärzten. Anschließend erfolgt die Therapie in Form von Einzel- und Gruppensitzungen am heimischen Computer. Die Therapiephase erstreckt sich über insgesamt acht Monate.

Zur Erstattung der Kosten für Therapie und Software müssen die Versicherten einen Antrag und eine Therapieempfehlung eines Arztes bei der AOK einreichen. Nähere Informationen zu den Inhalten und zur Teletherapie:
www.kasseler-stottertherapie.de



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