06.06.2013
Ausgabe 3/2013, S. 3
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Editorial

Auf ihn mit Gebrüll!

Es droht mal wieder ein neuer EBM und alle sind in heller Aufregung. Dabei sind wir es doch eigentlich gewohnt, dass der EBM eine Dauerbaustelle ist. Er hält uns geistig rege und verhindert, dass sich zu viel Routine einschleicht. Aber keine Panik: Es wird keinen komplett neuen EBM geben, das bleibt uns diesmal erspart. Und auch die Systematik des momentanen EBMs bleibt uns erhalten.
© julien tromeur – fotolia.com, montiert
© julien tromeur – fotolia.com

»Bringen Sie Diagnosen auf Vordermann, denn ICD-10 wird immer wichtiger«

Verändert wird das Hausarztkapitel, dort soll es wieder mehr Einzelleistungen geben, die geriatrische Behandlung erhält GOPs und die Hausarztpraxis soll eigene Ultraschall- und Hausbesuchsziffern erhalten. Die Versicherten- und Grundpauschalen sollen neu gestaffelt werden und es gibt jede Menge Zusatzpauschalen, die an ICD-Kodierung gebunden sein werden. Auch der Chronikerzuschlag des Hausarztes soll nur bei bestimmten ICD-10-Diagnosen zum Einsatz kommen. Soll, soll, soll ... Bleibt nur die Frage: Wann kommt er denn? Schon am 1. Juli (direkt zum neuen Quartal), am 1. Oktober (dann hätten wir den Feiertag zum Üben) oder wieder kurz vor Weihnachten (da hätten wir über die Feiertage am meisten Zeit)? Sicherlich jedoch wieder recht kurzfristig, dass kaum noch Zeit bleibt, ein Seminar zu besuchen oder uns selbst in aller Ruhe vorzubereiten. Doch was solls: Er kommt, also auf ihn mit Gebrüll!

Mein Rat bis es dann soweit ist: Bringen Sie Diagnosen auf Vordermann, denn die ICD-10-Kodierungen werden immer wichtiger. Kodieren Sie konkret und endstellig, vermeiden Sie nichtssagende Kodierungen mit der Endung 9. Und achten Sie darauf, dass alle chronischen Erkrankungen als gesicherte Diagnosen mit einem G verschlüsselt sind, denn Diagnosen wie Zustand nach Herzinfarkt, Apoplex, Karzinom etc. werden nicht mehr berücksichtigt.

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Ihre

Beate Rauch-Windmüller