23.03.2018
Ausgabe 1/2018, S. 2
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Editorial

Gemeinsam gesünder

Sie haben Diabetes! Wer eine solche Diagnose beim Arzt mitgeteilt bekommt, ist im ersten Moment meist geschockt. Angst, Hilflosigkeit, vielleicht auch Wut sind oft die Reaktionen. Warum gerade ich? Was habe ich falsch gemacht? Und was muss ich jetzt beachten? Arzt und Praxisteam sind dann gefragt, geduldig Fragen zu beantworten und den Patienten in seiner neuen Situation einfühlsam zu begleiten.
© Alexander Raths - stock.adobe.com
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»Die Partnerin oder der Partner spielen oft eine wichtige Rolle bei der Bewältigung einer chronischen Erkrankung.«

Doch auch die Angehörigen, vor allem die Partnerin oder der Partner, spielen oft eine wichtige Rolle bei der Bewältigung einer chronischen Erkrankung. Denn manche Dinge sind zu zweit einfach leichter – zum Beispiel Änderungen des Lebensstils, die bei Diabetes, COPD oder KHK so wichtig sind.

Eine Studie aus England hat vor drei Jahren gezeigt, dass es Menschen leichter fällt, schlechte Gewohnheiten abzulegen und gesünder zu leben, wenn der Lebenspartner mitzieht. Die Wissenschaftler befragten dazu etwa 3.700 Paare über 50 Jahren. Ergebnis: Besonders beim Rauchverhalten hat der Partner einen großen Einfluss. Etwa die Hälfte der Raucherinnen oder Raucher schaffte es, sich das Rauchen abzugewöhnen, wenn der Lebenspartner mitzog. Wenn er weiterhin rauchte, lag die Erfolgsquote nur bei acht Prozent.

Ein ähnliches Bild zeigte sich beim Thema Bewegung: Zwei Drittel der Paare gelang es gemeinsam, sich regelmäßig zu bewegen. Allein schaffte es nur ein Viertel der Befragten.

Gemeinsam geht es einfach besser – auch in Krisenzeiten, die bei chronischen Erkrankungen nicht selten vorkommen. Wie Sie dazu beitragen können, Ihre Patienten und deren Angehörige zu unterstützen, lesen Sie in diesem Heft.

Portrait

Ihr
Thomas Ebel
Arzt im AOK-Bundesverband