21.03.2019
Ausgabe 1/2019, S. 2
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Editorial

Misstöne vermeiden

Beim Umgang mit kleinen stacheligen Tieren sollte man Vorsicht walten lassen; das gilt natürlich auch für die Individuellen Gesundheitsleistungen, kurz IGeL genannt. Wer sie in der Praxis anbietet, ohne klare Regeln zu beachten, sollte darauf gefasst sein, dass Patienten durchaus irritiert reagieren können.
© davidundderriese - stock.adobe.com
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Beim Umgang mit kleinen stacheligen Tieren sollte man Vorsicht walten lassen; das gilt natürlich auch für die Individuellen Gesundheitsleistungen, kurz IGeL genannt. Wer sie in der Praxis anbietet, ohne klare Regeln zu beachten, sollte darauf gefasst sein, dass Patienten durchaus irritiert reagieren können.

Der aktuelle IGeL-Monitor zeigt einmal mehr, dass solche privaten Gesundheitsleistungen häufig offeriert werden. Auch wenn die Zahl der angebotenen und abgerechneten Leistungen bei GKV-Patienten 2018 leicht zurückging, war es immer noch mehr als jeder vierte Befragte. Dabei ist das Spektrum extrem groß. Mit Abstand am häufigsten werden immer noch Ultrallschalluntersuchungen und die Glaukomfrüherkennung angeboten - zusammen sind das 45 Prozent.

»Beim richtigen Prozedere zum IGeLn ist auch das Praxisteam gefragt«

Hauptstreitthema beim IGeLn ist und bleibt die medizinische Nutzenbewertung. Gäbe es eine eindeutige Evidenz für den Nutzen, wäre die Leistung Teil des GKV-Katalogs. Fehlende Evidenz bedeutet aber nicht automatisch nutzlos, denn es gibt durchaus positive Beispiele: von der Reisevorsorge über den Gesundheitscheck vor dem Kauf der Dauerkarte fürs Fitnessstudio bis hin zur Ernährungsberatung.

Mindestens genauso wichtig wie die richtigen Angebote ist das Prozedere beim IGeLn - denn hier entstehen die häufigsten Dissonanzen. Und dabei ist immer auch das Praxisteam gefragt, wenn es darum geht, pauschale Vorwürfe zu entkräften. Etwa dass Behandlungen ohne schriftliches Einverständnis erfolgen oder die Abrechnung keinerlei Bezug zur Gebührenordnung (GOÄ) hat. Eine solche Meldung an die Ärztekammer kann unangenehme Folgen für die ganze Praxis haben. Das lässt sich vermeiden. KBV und Bundesärztekammer bieten mit ihrer IGeL-Checkliste eine gute Orientierung die helfen kann, Misstöne zwischen Praxis und Patient zu vermeiden.

Ab dieser Ausgabe finden Sie info praxisteam einmal im Quartal in der Ärzte Zeitung. Achten Sie auf die Ankündigung auf der Titelseite!

Portrait

Ihr Wolfgang van den Bergh
Chefredakteur der Ärzte Zeitung