12.06.2019
Ausgabe 2/2019, S. 10
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DMP Diabetes Typ 2

Medikamentenmanagement im DMP

Viele Diabetes-Patienten nehmen dauerhaft mehrere Medikamente ein. Die medizinischen Anforderungen an das DMP sehen deshalb Maßnahmen für ein strukturiertes Medikamentenmanagement vor.
© Sherry Young - stock.adobe.com
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Die medikamentöse Therapie chronischer Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2 kann Folgeerkrankungen verhindern und die Zahl krankheitsbedingter Todesfälle senken. Gleichzeitig soll sie die Lebensqualität der Patienten verbessern, indem sie Krankheitssymptome lindert. Dazu enthalten die DMP konkrete Empfehlungen hinsichtlich der einzusetzenden Medikamente. Dabei handelt es sich um Medikamente, deren Wirksamkeit durch kontrollierte Studien belegt ist, den Grundsätzen der evidenzbasierten Medizin folgend. Hohe Verordnungsquoten dieser Medikamente sind Qualitätsziele, u. a. auch im DMP Diabetes mellitus Typ 2.

Um die möglichen Neben- und Wechselwirkungen bei Multimedikation zu reduzieren, haben Patienten, die dauerhaft mindestens drei verordnete Medikamente einnehmen, Anspruch auf einen Medikationsplan. Wenn Sie alle dem Patienten verordneten Medikamente mithilfe der Praxissoftware erfassen, brauchen Sie den Medikationsplan am Ende des Termins nur noch auszudrucken.

Bei der Auswahl der Wirkstoffe sind außer den Neben- und Wechselwirkungen eines Medikaments auch die persönlichen Wünsche des Patienten zu berücksichtigen. Untersuchungen zeigen, dass die Therapietreue mit der steigenden Anzahl der einzunehmenden Medikamente abnimmt und dass 30 bis 50 Prozent der Patienten mit chronischen Erkrankungen ihre Medikamente nicht wie empfohlen einnehmen.

Höhere Anforderungen im DMP

Das für DMP-Teilnehmer durchzuführende strukturierte Medikamentenmanagement geht jedoch über die Aufstellung eines solchen Plans hinaus. Bei jedem DMP-Termin wird abgefragt, welche der vorrangig zu verordnenden Medikamente der Patient erhält. Bei der Vielzahl der am Markt erhältlichen Präparate ist es jedoch nicht immer leicht, das jeweilige Medikament der richtigen Substanzklasse zuzuordnen.

Einfacher ist es daher, sich dabei nicht am Namen des Medikaments, sondern an dem Wirkstoff zu orientierten, der in dem Medikament enthalten ist, da die Wirkstoffe einer Wirkstoffgruppe oft identische Endungen haben. Den jeweiligen Wirkstoff findet man in allen Arzneimitteldatenbanken, auf deren Grundlage die Verordnung von Rezepten erfolgt.

Zusätzlich sollten im DMP zumindest einmal jährlich oder anlassbezogen (z. B. bei einer Änderung der Medikation nach einem stationären Aufenthalt) alle von einem Patienten tatsächlich eingenommenen Medikamente erfasst werden – ganz wichtig: einschließlich der Selbstmedikation. Darauf sollten Sie Patienten explizit hinweisen, denn das wird erfahrungsgemäß gerne vergessen. Viele Praxen bitten ihre DMP-Patienten deshalb, alle aktuell eingenommenen Präparate in eine Papiertüte zu packen und diese Tüte mitzubringen.

 

 

Änderung bei Medikamenten

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat die Richtlinie für das DMP Diabetes Typ 2 aktualisiert: Der GLP-1-Rezeptoragonist Liraglutid ist auf Basis der Studienlage nun als zweckmäßige Vergleichstherapie für Diabetes Typ 2 definiert worden. In der Richtlinie heißt es, dass Typ-2-Diabetiker mit kardiovaskulärer Erkrankung bei unzureichender Blutzuckerkontrolle von Liraglutid in Kombination mit mindestens einem weiteren oralen Antidiabetikum und / oder mit Insulin profitieren können. Die Änderung ist zum 1. April 2019 in Kraft getreten, an der DMP-Dokumentation ändert sich nichts.