Sprechstunde

Aus der Medizin

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aus Ausgabe 3/2018

Valsartan – wie hoch ist die Krebsgefahr?

Anfang Juli hatten Aufsichtsbehörden in Europa wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) einen Vertriebsstopp und vorsorglichen Rückruf für Valsartan angeordnet. Es besteht der Verdacht, dass einige Chargen mit krebserregendem N-Nitrosodimethylamin (NDMA) verunreinigt sind. Bis zu 900.000 Patienten bundesweit könnten davon betroffen sein.

Und wie hoch das gesundheitliche Risiko durch NDMA tatsächlich für die Patienten? Das ist derzeit Gegenstand etlicher Untersuchungen. Auf EU-Ebene analysieren und bewerten Arzneimittelexperten das bereits seit Anfang Juli – 17 Pharmaunternehmen haben verschiedene Valsartan-Präparate vorsorglich zurückgerufen.

Dabei kommt die European Medicines Agency (EMA) auf einen zusätzlichen Krebsfall pro 5.000 Patienten – bei 320 mg NDMA über sieben Jahre. Zur Berechnung legten sie die Verunreinigung zugrunde, wie sie in den Präparaten des chinesischen Herstellers Zhejiang Huahai Pharmaceuticals gefunden worden ist. Das heißt: in 999.940 Valsartan-Molekülen werden 60 NDMA-Moleküle gefunden. Zwar verweist die EMA erneut darauf, dass die Substanz auch in einigen Nahrungsmitteln wie in Bier, gepökeltem Fleisch und geräuchertem Fisch sowie im Trinkwasser zu finden sei, sich aber in Tierversuchen als krebserregend erwies. Die Arzneimittelkomission Deutscher Apotheker findet, dass die Abschätzung der maximalen täglichen Belastung für betroffene Patienten, die den Blutdrucksenker eingenommen hatten, als besorgniserregend einzustufen ist. Klare Aussagen zu gesundheitlichen Folgen lassen sich daraus jedoch nicht ableiten.

Aus der Ärzte Zeitung


 
aus Ausgabe 3/2018

Bei Patienten auf Dehydrierung achten

Die Hitzewelle des Sommers 2018 brachte auch das Thema Dehydrierung wieder einmal in die Schlagzeilen – nicht nur in der medizinischen Fachpresse. Dabei ist es nicht nur ein Thema für die heißen Sommertage. Gerade ältere Menschen sollen ausreichend trinken. 1,5–2 Liter am Tag sind normal, bei starkem Schwitzen kann es auch gut ein halber Liter mehr sein. Noch mehr trinken bringt dagegen nichts.

Wichtig ist stattdessen, dass die Getränke genügend Mineralstoffe enthalten. Leitungswasser gilt daher nicht als optimal, besser sind Mineralwasser, dünne Fruchtsaftschorlen oder ein alkoholfreies Bier. Zuckerhaltige Limonaden sollten dagegen tabu sein. Das gilt auch für Cola. Bei Patienten mit Nierenerkrankung führt Cola zum Anstieg von Phosphat im Blut und das wiederum kann die Nierenerkrankung beschleunigen.

Häufige Folgen einer Dehydrierung sind Kreislaufschwäche bis hin zu Herzrasen und Ohnmacht. Auch Bewusstseinsstörungen treten öfter auf, Phasen der Verwirrtheit, einige Menschen fallen sogar ins Koma. Eine weitere Komplikation ist akutes Nierenversagen: Es wird kaum noch Urin ausgeschieden und es kommt zu schweren Vergiftungserscheinungen mit Übelkeit, Erbrechen und Wassereinlagerungen im Körper. Lagert sich Wasser in der Lunge ein, kann das die Atmung erschweren und lebensgefährlich werden.


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aus Ausgabe 2/2018

Evidenzbasierte Medizin: Gute Studien, schlechte Studien

Warum werden viele Behandlungen von der GKV erstattet, manche anderen aber nicht? In der Regel hat das damit zu tun, ob es Nachweise für die Wirksamkeit der Behandlung gibt oder nicht. Wir erklären die Grundregeln der evidenzbasierten Medizin und den Unterschied zwischen guten und schlechten Studien. mehr »


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aus Ausgabe 2/2018

FSME breitet sich weiter aus

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat eine neue Risikokarte zur Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) veröffentlicht. Zehn Land- oder Stadtkreise sind als neue Risikogebiete hinzugekommen - vor allem im Osten Deutschlands. Nachdem 2014 der Vogtlandkreis als erstes FSME-Risikogebiet in Sachsen ausgewiesen wurde, kommen dort nun drei weitere hinzu: Erzgebirgskreis, Bautzen und Zwickau. mehr »


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aus Ausgabe 2/2018

Patienten informieren: Mit Diabetes auf Reisen

Über die Hälfte aller Diabetiker haben während einer Reise aufgrund der veränderten Aktivitäten mehr Blutzuckerentgleisungen als zu Hause. Experten empfehlen Diabetikern daher, doppelt so viele Teststreifen mitzunehmen wie sie im selben Zeitraum zu Hause verbrauchen würden. Auch Insulin sollte in doppelter Menge eingepackt werden.

Je nach Reiseziel und Verkehrsmittel müssen auch die Lagerungsbedingungen für Insulin berücksichtigt werden: Insulin ist bei bis zu 30 °C mindestens vier Wochen haltbar. Übersteigt die Temperatur 40 °C, verliert das Insulin sehr schnell seine Wirksamkeit. Bei sehr hohen Außentemperaturen muss Insulin daher gekühlt werden.

Insgesamt haben Diabetiker auch ein erhöhtes Risiko für Infektionen und sollten unbedingt an den erforderlichen Impfschutz denken. Diabetiker, die in Gegenden mit schlechter medizinischer Infrastruktur reisen, wird zudem geraten, ein Wunddesinfektionsmittel und für den Fall von Infektionen im Bereich der Füße ein orales Antibiotikum mitzunehmen.


 
aus Ausgabe 2/2018

Neue Formulare zur DMP-Einschreibung

Ab 1. Juli 2018 - in einigen Regionen auch schon früher - gibt es neue Formulare für die Einschreibung der DMP-Teilnehmer. Die neuen Formulare sind an die Europäische Datenschutz-Grundverordnung angepasst, die seit 25. Mai 2018 in allen EU-Mitgliedsstaaten gilt. Sie macht zusätzliche Informationen für die Patienten zu ihren Rechten bezüglich des Datenschutzes erforderlich. Die Versicherten werden von ihrer jeweiligen Krankenkasse unter anderem mit dem DMP-Begrüßungsschreiben über die Neuerungen informiert. Alte Versionen der Formulare können nur noch bis zum Vorliegen der neuen Vordrucke eingesetzt werden und sind anschließend zu vernichten.


 
aus Ausgabe 2/2018

Medikationsfehler häufig vermeidbar

Bundesweit sind jährlich rund 250.000 Krankenhauseinweisungen auf vermeidbare Fehler bei der Medikation zurückzuführen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion hervor. Die Angaben stützen sich auf vorliegende Untersuchungen. Diese zeigen, dass rund fünf Prozent aller Klinikeinweisungen die Folge unerwünschter Arzneimittelwirkungen sind. Ein Viertel der Fälle ließen sich vermeiden, heißt es weiter.

Um Medikationsfehler zu verhindern, haben Patienten, die mindestens drei Arzneimittel gleichzeitig verordnet bekommen, Anspruch auf einen Medikationsplan. Das sind rund 20 Millionen gesetzlich Versicherte. Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung ließen sich im vierten Quartal 2016 ca. 65.000 Patienten einen solchen Plan erstellen. Im ersten Halbjahr 2017 waren es bereits knapp 74.500 Patienten. Laut Bundesregierung sollen die Medikationspläne möglichst bald elektronisch verfügbar sein.
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