Sprechstunde

Aus der Medizin

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aus Ausgabe 1/2019

Lebensmittelallergien kommen oft erst mit dem Alter

Nahrungsmittelallergie gibt es nicht nur bei Kindern, sie können in jedem Alter auftreten. Das hat jetzt eine US-amerikanische Studie bestätigt. Dazu wurden mehr als 40.000 Erwachsene im Alter von durchschnittlich 46 Jahren telefonisch oder online befragt. Personen mit Nahrungsmittelintoleranzen wurden von der Studie ausgeschlossen. 19 Prozent der Teilnehmer glaubten, sie litten unter einer Nahrungsmittelallergie. Überzeugende Hinweise auf aktuell mindestens eine Hypersensibilität ergaben sich nach weiteren Befragungen aber nur bei 11 Prozent der Teilnehmer. Fast jeder Zweite von ihnen gab an, dass sich mindestens eine seiner allergischen Reaktionen erst im Erwachsenenalter entwickelt hätte, bei 27 Prozent war sie ausschließlich im Erwachsenenalter aufgetreten. Am häufigsten berichteten die Teilnehmer über folgende Auslöser: Meeresfrüchte (2,9 Prozent), Milch (1,9 Prozent), Erdnüsse (1,8 Prozent), Baumnüsse wie Mandel, Haselnuss, Walnuss, Cashew, Pistazie, Pekannuss, Macadamia, Paranuss, aber auch Pinienkerne (1,2 Prozent) und Fisch (0,9 Prozent). 45 Prozent erklärten überzeugend, an mehreren Nahrungsmittelallergien zu leiden.

51 Prozent der Allergiker berichteten über mindestens eine schwere allergische Reaktion. Besonders häufig davon betroffen waren Erdnuss- und Baumnussallergiker (68 Prozent beziehungsweise 61 Prozent). 24 Prozent der Befragten hatten von ihrem Arzt eine Notfallmedikation in Form von Adrenalin verschrieben bekommen. 38 Prozent hatten bereits mindestens einmal wegen einer allergischen Reaktion auf ein Nahrungsmittel eine Notfallbehandlung in Anspruch genommen.


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aus Ausgabe 4/2018

Fußuntersuchung bei DMP Diabetes mellitus Typ 2: Zeigt her eure Füße

Durchblutungsstörungen und Nervenschädigungen am Fuß können oft bereits an der trockenen, rissigen Beschaffenheit der Haut und der rötlich-bläulichen Farbe der Füße erkannt werden. Gewissheit gibt die Fußuntersuchung, die im Rahmen des DMP Diabetes mellitus regelmäßig durchgeführt werden soll. mehr »


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aus Ausgabe 4/2018

Leben Hundehalter wirklich länger?

Welchen Einfluss es auf die Sterblichkeit hat, sein Leben mit einem Hund zu teilen, haben Forscher von der Universität Kopenhagen retrospektiv untersucht (Eur J Publ Health, online 27. August 2018). Ihnen kam dabei der Umstand zugute, dass skandinavische Länder eine ausgeprägte Registerkultur pflegen. Die Forscher analysierten die Daten von knapp 46.000 im Jahr 2015 verstorbenen Dänen und stellten ihnen im Verhältnis 1 : 5 Angaben zu lebenden Mitbürgern gegenüber. Insgesamt entstand so eine Fall-Kontroll-Studie mit mehr als 275.000 Probanden. Acht Prozent von ihnen waren Hundebesitzer.

Regelmäßigen Umgang mit einem Hund zu pflegen äußerte sich in günstigeren Überlebenschancen. Unter Hundebesitzern lag die Mortalität im Mittel um acht Prozent niedriger als bei Menschen ohne Hund. Der Nutzen beschränkte sich allerdings auf die Subgruppe derjenigen, die über keinen zweibeinigen Partner verfügten. Hier war ein Leben an der Seite eines Hundes mit einer Reduktion der Mortalität um 14 Prozent verbunden. Wer neben dem Vierbeiner noch einen Zweibeiner an seiner Seite hatte, zog keinen signifikanten Vorteil mehr aus dem Hundebesitz. Die Forscher sehen die Hypothese unterstützt, wonach der Besitz eines Hundes als Ersatz für einen Partner oder andere enge soziale Beziehungen dienen kann.
Aus der Ärzte Zeitung


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aus Ausgabe 4/2018

Aktion zur Förderung der Organspende

Rund 10.000 Menschen in Deutschland warten auf ein Spenderorgan. Im vergangenen Jahr war die Zahl der Organspender erstmals unter 800 im Jahr gesunken. Die Politik hat darauf reagiert und Pläne zur Professionalisierung der Abläufe und zur besseren Vergütung von Organspenden in den Entnahmekrankenhäusern vorgelegt. Außerdem wurde eine Debatte über einen Systemwechsel bei der Organspende angestoßen. Danach soll die bisher geltende Entscheidungslösung von einer erweiterten Widerspruchslösung abgelöst werden. Das würde bedeuten, dass jeder, der nicht ausdrücklich widersprochen hat, zum potenziellen Organspender wird. Zudem würde nahen Angehörigen und Ehepartnern das Recht eingeräumt, im Ernstfall einer Spende ganz oder teilweise zu widersprechen.

Doch bis es soweit ist, kann es dauern. Eine Aktion soll jetzt helfen, die in Deutschland auf niedrigem Niveau dümpelnde Organspendebereitschaft anzufachen: Der Deutsche Hausärzteverband, der Patientenbeauftragte der Bundesregierung und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) haben daher eine auf mehrere Jahre angelegte Zusammenarbeit gestartet. Ab November 2018 sollen die Praxen von rund 30.000 Hausärzten dafür mit Informationsmaterial versorgt werden. Dabei handelt es sich um Broschüren mit Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Organ- und Gewebespende, zum Hirntod und zur korrekten Dokumentation der Entscheidung in einer Patientenverfügung.


 
aus Ausgabe 4/2018

Grippeimpfung: alle Jahre wieder unterschätzt

Die Einstellung der Deutschen zum Thema Impfen hat sich verbessert, doch es bleibt noch deutlich Luft nach oben, resümiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aufgrund der Daten einer eigenen Umfrage. Danach schätzen lediglich 47 Prozent der Befragten eine Grippeimpfung als besonders wichtig ein, selbst wenn ihnen eine solche empfohlen wird. Und nur 40 Prozent der Umfrageteilnehmer, die zu einer Risikogruppe gehören, gaben an, sich regelmäßig gegen Influenza impfen zu lassen.

Einer der Gründe für den Impfwiderwillen sei die fehlerhafte Einschätzung, dass die Influenza keine besonders schwere Erkrankung sei. Dass die Grippe nicht unterschätzt werden darf, verdeutlichen aber nicht zuletzt die hohen Erkrankungszahlen aus dem vergangenen Winter 2017/2018. Damals haben nach Schätzungen etwa neun Millionen Grippe-bedingte Arztbesuche stattgefunden.

Die BZgA appelliert an die Risikogruppen, sich gegen Influenza impfen zu lassen und an Erkrankte, das Bett zu hüten, um nicht zur Verbreitung beizutragen. Helfen Sie mit, indem Sie in der Praxis entsprechend über die Grippeimpfung informieren.


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aus Ausgabe 3/2018

Präventionsempfehlung: Gesundheit auf Rezept?

Seit gut einem Jahr können niedergelassene Ärzte ihren Patienten Präventionsleistungen in Form einer ärztlichen Bescheinigung empfehlen. Ziel ist es, verhaltensbezogene Risikofaktoren für bestimmte Erkrankungen zu senken. mehr »


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aus Ausgabe 3/2018

Die wichtige Rolle der Angehörigen: Helfen bei Depression

Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Die Mehrheit der Deutschen war schon einmal von einer Depression betroffen, aufgrund einer eigenen Erkrankung oder indirekt als Angehöriger. Familien und Freunde können bei der Bewältigung der Krankheit unterstützen – wenn sie über das nötige Wissen verfügen. mehr »



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