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Sprechstunde

Aus der Medizin

Gestillte Kinder werden seltener adipös

Im Kampf gegen Adipositas bei Kindern hat die Weltgesundheitsorganisation WHO für das Stillen von Säuglingen geworben. Babys, die niemals oder nur unregelmäßig gestillt worden seien, wiesen ein erhöhtes Risiko auf, schon als Kind übergewichtig zu werden.

Die Organisation berief sich dabei auf zwei Studien, die in diesem Jahr auf dem Europäischen Kongress zur Adipositas in Glasgow vorgestellt wurden. Je länger ein Kind gestillt wird, desto größer ist der Schutz vor Adipositas, erklärte die für nicht-übertragbare Krankheiten zuständige WHO-Europa-Direktorin Bente Mikkelsen. Dieses Wissen könne für die Bemühungen im Kampf gegen die Fettleibigkeit von Nutzen sein.

Die WHO empfiehlt, dass Säuglinge in den ersten sechs Monaten ihres Lebens ausschließlich gestillt werden. Danach sollten sie neben der Muttermilch auch ergänzende Nahrungsmittel erhalten.

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Rauchende Väter schaden dem Ungeborenen

Wenn Männer während der Schwangerschaft ihrer Frau rauchen, kann dies das Risiko für Herzfehler beim ungeborenen Kind erhöhen. Auch den werdenden Müttern schadet das Passivrauchen, so das Ergebnis einer Metaanalyse. Für diese verglichen chinesische Forscher 125 Studien, die auf Daten von 137.574 Babys mit angeborenen Herzfehlern und 8,8 Millionen werdenden Eltern basieren (Eur J Prev Cardiol 2019; online 23. März 2019).

Acht von 1.000 Kindern weltweit sind von Herzfehlern betroffen. Auch wenn sich ihre Prognose und Lebensqualität durch Operationen verbessern kann, bleiben lebenslange Auswirkungen. Dabei komme es häufiger vor, dass werdende Väter rauchen, als dass Schwangere selbst zur Zigarette greifen. Erstmals wurde in einer Metaanalyse die Rauchbelastung in verschiedenen Stadien der Schwangerschaft untersucht. Bei Frauen war das Rauchen während der Schwangerschaft mit einem erhöhten Risiko assoziiert, ein Kind mit einem Herzfehler zu bekommen. Rauchen vor Schwangerschaft war nicht mit erhöhtem Risiko assoziiert. Anders das Passivrauchen der Frau: Es war nicht nur während, sondern auch vor der Schwangerschaft gefährlich für die Entwicklung des Babys.

Die Autoren raten den Vätern dringend, mit dem Rauchen aufzuhören. Frauen sollten mit dem Rauchen aufhören, bevor sie versuchen, schwanger zu werden, um sicherzustellen, dass sie rauchfrei sind, wenn sie schwanger werden.

Neues Darmkrebs-Screening ist gestartet

Das neu organisierte Programm zur Früherkennung von Darmkrebs ist offiziell gestartet. Seit April 2019 können Ärzte die Darmkrebsfrüherkennung für gesetzlich Versicherte ab 50 Jahren abrechnen. Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) war vergangenen Herbst in Kraft getreten. Wie der G-BA mitteilt, wird Männern nun ab einem Alter von 50, und nicht wie bisher ab 55 Jahren, eine Darmspiegelung angeboten. Bei Frauen bleibt die Altersgrenze für die Koloskopie bei 55 Jahren. Wie bisher können auch Tests auf nicht sichtbares Blut im Stuhl in Anspruch genommen werden.

Das neu organisierte Programm zur Früherkennung von Darmkrebs ist offiziell gestartet. Seit April 2019 können Ärzte die Darmkrebsfrüherkennung für gesetzlich Versicherte ab 50 Jahren abrechnen. Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) war vergangenen Herbst in Kraft getreten. Wie der G-BA mitteilt, wird Männern nun ab einem Alter von 50, und nicht wie bisher ab 55 Jahren, eine Darmspiegelung angeboten. Bei Frauen bleibt die Altersgrenze für die Koloskopie bei 55 Jahren. Wie bisher können auch Tests auf nicht sichtbares Blut im Stuhl in Anspruch genommen werden.

Grundsätzlich erhalten alle Versicherten zukünftig mit Erreichen des Alters von 50 Jahren von ihrer Krankenkasse eine Einladung zur Teilnahme am Darmkrebs-Screening. Weitere Einladungen erfolgen – sofern die Versicherten nicht widersprechen – jeweils mit dem Erreichen des Alters von 55, 60 und 65 Jahren. Der erste Einladungsstichtag ist der 1. Juli 2019.

Die mit dem Einladungsschreiben verschickte Versicherteninformation legt ausführlich die Vor- und Nachteile der Teilnahme an der Darmkrebs-Früherkennung, die verschiedenen Untersuchungsmöglichkeiten und den Ablauf der Untersuchungen dar. Im Alter von 50 bis einschließlich 54 Jahren können alle Frauen, sowie Männer, die sich nicht für eine Darmspiegelung entschieden haben, jährlich einen immunologischen Test (iFOBT) auf Blutspuren im Stuhl durchführen lassen. Ab 55 Jahren besteht der Anspruch auf diese Untersuchung (iFOBT) alle zwei Jahre, sofern die Patienten davor noch keine Darmspiegelung haben durchführen lassen. Wenn der Stuhltest ein auffälliges Ergebnis zeigt, ist eine Darmspiegelung zur Abklärung des Befunds notwendig.

Mehr Arzneimittelsicherheit

Seit dem 9. Februar 2019 dürfen verschreibungspflichtige Medikamente in Deutschland nur noch mit fälschungssicheren Sicherheitsmerkmalen neu in den Verkehr gebracht werden. Grundlage dafür ist eine Fälschungsschutzrichtlinie der EU. Konkret müssen die Packungen jetzt zusätzlich einen Data Matrix Code aus vier Elementen enthalten:

  • Pharmazentralnummer (PZN)
  • 20-stellige Seriennummer
  • Chargenbezeichnung
  • Verfallsdatum

Apotheker scannen den Data Matrix Code ab. Dadurch wird ein Abgleich mit einer Datenbank ermöglicht. Ein weiteres Sicherheitsmerkmal sind der Erstöffnungsschutz (z. B. Klebesiegel oder perforierte Öffnungslaschen). Da die Packungen mit dem neuen Schutz erst nach und nach in den Handel kommen, wird es für eine Übergangszeit Medikamente mit und ohne neue Sicherheitsmerkmale geben.

AOK startet Kampagne Stadt. Land. Gesund.

Die AOK hat die bundesweite Kampagne Stadt. Land. Gesund. gestartet, um die Gesundheitsversorgung auf dem Land zu sichern. Die Gesundheitskasse will dazu in diesem und im nächsten Jahr bundesweit rund 100 Millionen Euro in Vorhaben zur ländlichen Gesundheitsversorgung investieren. Als einen möglichen Lösungsansatz für die Verbesserung der Situation nannte die AOK zum Start der Kampagne den Einsatz qualifizierter Versorgungsassistentinnen zur Betreuung und Versorgung insbesondere chronisch kranker Patienten. Beispiele dafür seien die Projekte PraCman und VERAHmobil der AOK Baden-Württemberg, agneszwei der AOK Nordost oder der Einsatz von zertifizierten Wundexpertinnen bei der AOK Sachsen-Anhalt. Es ist sehr erfreulich, dass die Menschen auf diese bereits bestehenden Versorgungsansätze sehr aufgeschlossen reagieren, sagte Irmgard Stippler, Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern. Die Ergebnisse einer Forsa-Umfrage zeige deutlich, dass die Möglichkeit der Delegation bestimmter ärztlicher Aufgaben bekannt sei. Sie werde von einer großen Mehrheit der Befragten befürwortet. Wir sollten den Mut haben, derartige Delegationsansätze zu erweitern, so Stippler. Die Ärzte vor Ort können dadurch entlastet und die ambulante Versorgung auf dem Land gestärkt werden. Alle Befragungsergebnisse und Infos zur Kampagne unter:

www.aok-bv.de

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Lebensmittelallergien kommen oft erst mit dem Alter

Nahrungsmittelallergie gibt es nicht nur bei Kindern, sie können in jedem Alter auftreten. Das hat jetzt eine US-amerikanische Studie bestätigt. Dazu wurden mehr als 40.000 Erwachsene im Alter von durchschnittlich 46 Jahren telefonisch oder online befragt. Personen mit Nahrungsmittelintoleranzen wurden von der Studie ausgeschlossen. 19 Prozent der Teilnehmer glaubten, sie litten unter einer Nahrungsmittelallergie. Überzeugende Hinweise auf aktuell mindestens eine Hypersensibilität ergaben sich nach weiteren Befragungen aber nur bei 11 Prozent der Teilnehmer. Fast jeder Zweite von ihnen gab an, dass sich mindestens eine seiner allergischen Reaktionen erst im Erwachsenenalter entwickelt hätte, bei 27 Prozent war sie ausschließlich im Erwachsenenalter aufgetreten. Am häufigsten berichteten die Teilnehmer über folgende Auslöser: Meeresfrüchte (2,9 Prozent), Milch (1,9 Prozent), Erdnüsse (1,8 Prozent), Baumnüsse wie Mandel, Haselnuss, Walnuss, Cashew, Pistazie, Pekannuss, Macadamia, Paranuss, aber auch Pinienkerne (1,2 Prozent) und Fisch (0,9 Prozent). 45 Prozent erklärten überzeugend, an mehreren Nahrungsmittelallergien zu leiden.

51 Prozent der Allergiker berichteten über mindestens eine schwere allergische Reaktion. Besonders häufig davon betroffen waren Erdnuss- und Baumnussallergiker (68 Prozent beziehungsweise 61 Prozent). 24 Prozent der Befragten hatten von ihrem Arzt eine Notfallmedikation in Form von Adrenalin verschrieben bekommen. 38 Prozent hatten bereits mindestens einmal wegen einer allergischen Reaktion auf ein Nahrungsmittel eine Notfallbehandlung in Anspruch genommen.

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Leben Hundehalter wirklich länger?

Welchen Einfluss es auf die Sterblichkeit hat, sein Leben mit einem Hund zu teilen, haben Forscher von der Universität Kopenhagen retrospektiv untersucht (Eur J Publ Health, online 27. August 2018). Ihnen kam dabei der Umstand zugute, dass skandinavische Länder eine ausgeprägte Registerkultur pflegen. Die Forscher analysierten die Daten von knapp 46.000 im Jahr 2015 verstorbenen Dänen und stellten ihnen im Verhältnis 1 : 5 Angaben zu lebenden Mitbürgern gegenüber. Insgesamt entstand so eine Fall-Kontroll-Studie mit mehr als 275.000 Probanden. Acht Prozent von ihnen waren Hundebesitzer.

Regelmäßigen Umgang mit einem Hund zu pflegen äußerte sich in günstigeren Überlebenschancen. Unter Hundebesitzern lag die Mortalität im Mittel um acht Prozent niedriger als bei Menschen ohne Hund. Der Nutzen beschränkte sich allerdings auf die Subgruppe derjenigen, die über keinen zweibeinigen Partner verfügten. Hier war ein Leben an der Seite eines Hundes mit einer Reduktion der Mortalität um 14 Prozent verbunden. Wer neben dem Vierbeiner noch einen Zweibeiner an seiner Seite hatte, zog keinen signifikanten Vorteil mehr aus dem Hundebesitz. Die Forscher sehen die Hypothese unterstützt, wonach der Besitz eines Hundes als Ersatz für einen Partner oder andere enge soziale Beziehungen dienen kann.
Aus der Ärzte Zeitung

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Aktion zur Förderung der Organspende

Rund 10.000 Menschen in Deutschland warten auf ein Spenderorgan. Im vergangenen Jahr war die Zahl der Organspender erstmals unter 800 im Jahr gesunken. Die Politik hat darauf reagiert und Pläne zur Professionalisierung der Abläufe und zur besseren Vergütung von Organspenden in den Entnahmekrankenhäusern vorgelegt. Außerdem wurde eine Debatte über einen Systemwechsel bei der Organspende angestoßen. Danach soll die bisher geltende Entscheidungslösung von einer erweiterten Widerspruchslösung abgelöst werden. Das würde bedeuten, dass jeder, der nicht ausdrücklich widersprochen hat, zum potenziellen Organspender wird. Zudem würde nahen Angehörigen und Ehepartnern das Recht eingeräumt, im Ernstfall einer Spende ganz oder teilweise zu widersprechen.

Doch bis es soweit ist, kann es dauern. Eine Aktion soll jetzt helfen, die in Deutschland auf niedrigem Niveau dümpelnde Organspendebereitschaft anzufachen: Der Deutsche Hausärzteverband, der Patientenbeauftragte der Bundesregierung und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) haben daher eine auf mehrere Jahre angelegte Zusammenarbeit gestartet. Ab November 2018 sollen die Praxen von rund 30.000 Hausärzten dafür mit Informationsmaterial versorgt werden. Dabei handelt es sich um Broschüren mit Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Organ- und Gewebespende, zum Hirntod und zur korrekten Dokumentation der Entscheidung in einer Patientenverfügung.


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